Viele kennen den Begriff Mercosur aus den Nachrichten, aber wissen vielleicht gar nicht, worum es sich dabei handelt. Was sich hinter Mercosur verbirgt und was jetzt damit passiert, lesen Sie unten.

Das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur-Handelsbündnis wurde seit 1995 mit diversen Verträgen vorbereitet, während allerdings die Verständigung mit Mercosur wegen wechselnder politischer Situationen schwierig blieb. Im Jahr 2004 befanden sich Verhandlungen im fortgeschrittenen Stadium, jedoch blieben einige detaillierte Punkte ungeklärt, vor allem der Zugang von Mercosur-Agrar-Produkten zum EU-Markt, den Bauern kritisierten, da sie befürchteten von billigeren Produkten verdrängt zu werden.

Ende Juni 2019 erzielte man eine grundsätzliche Einigung, im englischen „agreement in principle“. Das Abkommen könnte zu einem der größten Handelsabkommen weltweit werden. Jedoch scheiterte ein Vertrag 2020 an Österreich. Daraufhin sagte der damalige Bundeskanzler, Österreich sei, wie andere EU-Länder, „zu recht nicht zufrieden“.

Im Dezember 2024 schlossen Verterter der EU-Komission und der Mercosur die Verhandlungen. Die Einigung umfasste u.a. Partnerschaft in den Bereichen Politik, Kooperation und Handel. Diese Einigung wäre somit weit mehr als ein Freihandelsabkommen und sehr bedeutend für die Weltgemeinschaft.

Die Unterzichnung wurde nach Protesten auf Januar 2026 verschoben.

Am 17. Januar 2026 unterzeichneten die EU und die Mercosur-Staaten das Abkommen. Mittlerweile besteht es aus zwei Teilen: das Interims-Handelsabkommen (IHA), welches nur den Handel umfasst, und das EU-Mercosur-Partnerschaftsabkommen (EMPA), das die politische Zusammenarbeit und die Bereiche Handel und Investitionen umfasst.

Nein, das Abkommen ist damit nicht abgeschlossen, denn am 21. Januar wurde auf Antrag französischer Abgeordneter eine Abstimmung gemacht, ob das Abkommen vom EU-Gerichtshof geprüft werden soll. Die Abgeordneten gewannen die Abstimmung mit zehn Stimmen, 334 zu 324. Das könnte die Abstimmungen fürs IHA und Ratifizierung (alle EU-Staaten müssen die Zustimmung des nationalen Parlaments einholen) fürs EMPA monatelang blockieren.

Das Abkommen umfasst 780 Millionen Menschen. Das Abkommen wird 93% der Zölle für die Mercosur-Staaten abschaffen. Außerdem sichert es den Zugang zum Markt für Mercosur-Agrarprodukte.

Für die EU werden 91% der Zölle auf Autos, Maschinen, Autoteile, Chemikalien, Textilien, Wein und Käse abgeschafft. Laut EU-Komission werden 4,5 Milionen Euro gespart.

Das Abkommen umfasst zusätzliche Schutzmaßnahmen, Regeln und Liberalisierungen, die beide Bündnisse nun teilen werden.

Außerdem umfasst es politische, sektorale und investitionstechnische Aspekte, die die Zusammenarbeit erleichtern soll.

Der reine IHA-Deal würde die Handelsmacht verändern. Ein riesiges Handelsbündnis wäre geschaffen und die EU könnte sich Stück für Stück von den USA lossagen. Außerdem würde es den Firmen in der EU, die exportieren, einen wirtschaftlichen Aufschwung geben und gleichzeitig die Preise für Früchte und andere landwirtschaftliche Produkte aus Südamerika für Verbraucher senken.
Ob auch die EU-Bauern beeinträchtigt werden ist unklar, aber vermutlich werden sie, vor allem mit Bio-Produkten, weiter bestehen können.

Der zweite Deal, der EMPA, würde auch die politische Macht in der Weltgemeinschaft verändern und die EU im Kampf gegen Donald Trumps Macht stärken. Auch gemeinsame Investitionen können eine große Auswirkung haben, um sich vor der Marktmacht China zu schützen.

Wir sind gespannt auf weitere Entwicklungen im Bereich Mercosur-Freihandelsabkommen und hoffen, dass das Akbkommen bald steht, um den Welthandel zugunsten der EU zu vereinfachen. (rko)