In unserem Einleitungstext haben wir darüber geschrieben, dass Äpfel aus Neuseeland kommen, obwohl man Sie auch hier in Deutschland anbauen und lagern kann? In diesem Artikel fokussieren wir uns auf zwei zentrale Fragen: Warum machen Unternehmen das? Und ist das nachhaltig?

Vor allem im Frühjahr finden wir häufig äpfel von der Südhalbkugel in den Supermärkten. Große Firmen bauen z.B. in Nelson, Neuseeland Äpfel an, die dann per Kühlschiff um die halbe Welt fahren. Diese Vorgehensweise scheint komplizierter, als einfach heimische Früchte von hier zu nehmen. Allerdings müssen Äpfel in Deutschland vom Herbst an gelagert werden und wirken oft nicht mehr frisch oder sind deutlich teurer als saisonale Äpfel. Verbraucher kaufen häufig frischeres und billigeres Obst, deshalb ist es für die Firmen rentabler das gesamte Obst um die Welt zu fahren.

Muss ich mich jetzt schlecht fühlen, weil ich vermeintlich das Klima schädige, wenn diese großen Schiffe um die Welt fahren?
Nun, da gehen die Meinungen auseinander. Das Schweizer Radio und Fernsehen SFR schreibt in einem Artikel, dass, da der „Strommix“ im Gegensatz zu anderen Ländern in der Schweiz umweltfreundlicher ist, man die Lagerung als Klimafreundlicher einschätzt. Früher habe man das aber anders gesehen.
Geo, ein deutsches Magazin, ist in einem Artikel der Meinung, vor allem im Sommer, nach der energieintensiven Lagerung deutscher Äpfel, kann die Klimabilanz heimischer Früchte genauso schlecht oder schlechter als die der ausländischen Ware ausfallen. Außerdem sei der Anbau in Neuseeland energiesparender.

Was ist jetzt das Fazit? Für schweizer Äpfel mag die Lagerung durch einen besseren Strommix mit Photovoltaik und Wasserkraft besser sein, aber in Deutschland kann es je nach Jahreszeit besser sein, neuseeländische Ware zu kaufen. Und nur falls es jemandem nicht klar sein sollte, ausländische Äpfel im Herbst sind ein absolutes No-Go.

(rko)